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Stellungnahme: Energiekosten vom 24.11.2009
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Die aktuelle Studie des EHI wurde unter enger Einbindung der EHI-Mitgliedsunternehmen im Sommer 2009 durchgeführt. Dazu wurden 25 persönliche Interviews mit den Energieverantwortlichen aus dem deutschen Einzelhandel geführt. Parallel dazu wurde online-basiert eine breitere Erhebung durchgeführt, die zusätzlich noch quantitative Fragestellungen z. B. nach den Energiekosten und -verbräuchen abdecken sollte. Die an der Befragung beteiligten Unternehmen stehen mit einem Gesamtumsatz von rund 172 Mrd. Euro für rund 45 Prozent des deutschen Einzelhandelsumsatzes.Mit der Ausweitung der Wirtschafts- und Finanzkrise und dem Sturz der Weltmarktpreise für viele Rohstoffe in der zweiten Jahreshälfte 2008 sind auch in Deutschland die Teuerungsraten kräftig gesunken und die Kunden des Handels, die privaten Haushalte, damit deutlich entlastet worden.
Tatsächlich gaben etwas mehr als die Hälfte der befragten Handelsunternehmen an, dass die Energiekosten in ihrem Unternehmen in diesem Jahr nicht gestiegen sind. In jenen Unternehmen, die weiterhin einen Anstieg ihrer Energiekosten feststellten, war dies erneut auf konzeptionelle Gründe (zusätzliche Verbrauchsträger) und übergeordnete unternehmenspolitische Motive zurückzuführen, wie längere Öffnungszeiten und einen Zuwachs an Verkaufsflächen durch Expansion und Erweiterungen bestehender Flächen.
Schließlich darf aber keinesfalls übersehen werden, dass die derzeitige Erholung am Energiemarkt von einer in dieser Form noch nie dagewesenen globalen Wirtschafts- und Finanzkrise ausgelöst wurde und angesichts erster Tendenzen zu einer Erholung der Weltwirtschaft – und damit auch einer wieder wachsenden Spekulation an den internationalen Rohstoffmärkten – die Energiepreise in Kürze wieder stärker steigen dürften. Erste Tendenzen dazu gibt es schon. D. h. ein Stillstand ist nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Die befragten Handelsunternehmen erwarten in den nächsten zwei Jahren im Schnitt einen Anstieg der Energiekosten um acht Prozent.
Im Schnitt belaufen sich die Energiekosten bei den befragten Handelsunternehmen auf rund 41 EURO/qm Verkaufsfläche und auf rund 26 EURO/qm Bruttonutzfläche. In einem SB-Warenhaus des Lebensmittelhandels mit einer durchschnittlichen Verkaufsfläche von 6.500 qm entspricht dies beispielsweise einem Betrag von 338.000 EURO p. a. der erwirtschaftet werden muss.
Im Food-Bereich stellt die Kühlung mit 44 Prozent den größten Energieverbraucher. Der Anteil der Kühlung an den Gesamt-Energiekosten hat sich in den letzten Jahren um einige Prozentpunkte reduziert. Trotz Erweiterung des kühlpflichtigen Sortimentes konnte durch den Einsatz von effizienter Technik der Verbrauchsanteil gesenkt werden.
Der zweitgrößte Verbraucher ist die Beleuchtung mit 25 Prozent gefolgt von Heizung und Klimatisierung mit 14 bzw. zehn Prozent. In den nächsten Jahren ist mit einer Veränderung der Anteile zu rechnen, da im LEH bis jetzt in den Filialen aufgrund der offenen Kühlmöbeln teilweise geheizt werden muss. Mit einer immer mehr fortschreitenden Abdeckung auch der Plus-Möbel wird dagegen der Bedarf an Klimatisierung steigen.
Die Investitionsschwerpunkte von heute sind auch die von morgen!
Diejenigen Bereiche, die auch schon bei der Befragung im letzten Jahr als größte Kostentreiber genannt wurden, wo aber zugleich auch die höchsten Einsparungen erwartet wurden, sind auch aktuell wieder die wichtigsten, da hier, aus Sicht der Befragten, die effizientesten Maßnahmen zur Energieeinsparung umgesetzt werden können: Beleuchtung und Kältetechnik gefolgt von Mitarbeiterschulungen und Gebäudeleittechnik.
In 35 Prozent der befragten Handelsunternehmen gibt es zur Umsetzung dieser Projekte bereits ein klar definiertes, zusätzliches Budget, das Teil der Jahresplanung ist. Dies gilt vor allem für jene Unternehmen, wo es eine eigene Abteilung Energiemanagement gibt.
In den anderen Unternehmen sind Investitionen in Energieprojekte bislang noch Teil des (Um-)Baubudgets. Sofern Ausgaben dafür nicht kurzfristig zusätzlich, je nach Bedarf bewilligt werden - auch dies kommt vereinzelt vor - erfolgt in diesem Fall eine Umschichtung zulasten anderer Bau- und Einrichtungsinvestitionen.
Bei den befragten Food-Händlern stehen demzufolge insbesondere Maßnahmen zur Energieoptimierung im Bereich Kühlung im Fokus. Sie haben längst den Status von Pilotprojekten verlassen, was die hohen Umsetzungsgrade zeigen. Der Einsatz von geschlossenen Kühlstrecken (Decken, Türen, Nachtrollos etc.) bei der Minus-Kühlung ist bei allen befragten Unternehmen Standard.
Aber auch bei der Plus-Kühlung setzen sich geschlossene Kühlstrecken immer mehr durch, zumal damit Energieeinsparungen von bis zu 30 Prozent erreicht werden können. Bei der Erhebung zeigte sich, dass vor allem große Filialisten in Zukunft planen, dies flächendeckend einzusetzen.
Eng verbunden mit Maßnahmen zur Energieoptimierung der Kühlmöbel sind Systeme zur Wärmerückgewinnung, also zur Nutzung der Abwärme der Kälteproduktion zur Heizung oder Warmwasseraufbereitung, insbesondere bei neu eröffneten oder umgebauten Geschäften. Hierbei ist jedoch zu erwähnen, dass solche Systeme nicht bei allen Unternehmen flächendeckend vorhanden sind.
Was immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist der Einsatz von LED´s in Kühlmöbeln. Das Licht der LED ist durch höhere Lichtausbeute bei den in Kühlmöbeln vorherrschenden Temperaturen den konventionellen Leuchtmitteln überlegen, da sie weniger Wärme abgeben und so den Kältebedarf reduzieren. Weitere Vorteile der LED-Lösung sind die Energie- und CO2-Einsparung und die hohe Lebensdauer.
Neben der Kostenfrage bei der Investition in neue Kälteanlagen wird die Wahl des Kältemittels immer wichtiger: Eine umweltfreundliche Kälteerzeugung in Supermärkten gewinnt angesichts des Klimawandels zunehmend an Bedeutung.
Der Einsatz natürlicher Kältemittel ist aufgrund des geringen oder nicht vorhandenen direkten Treibhauspotenzials aus ökologischer Sicht zu favorisieren. Die Umsetzung solcher Anlagen im deutschen Lebensmittelhandel ist allerdings nicht weit fortgeschritten. Beinahe alle befragten Händler gaben an, Kälteanlagen, insbesondere für die Tiefkühlung, mit CO2 oder sonstigen natürlichen Kältemitteln zu betreiben. Es sind aber auch einige transkritische Anlagen, also die Versorgung der Plus- und Minuskühlung mit einem natürlichen Kältemittel, vorhanden. Diese Anlagen gehen aber, wegen nicht vorhandener Serienfertigung und somit höherer Investitionen, aus dem Status von Pilotprojekten nicht hinaus. Allein im Discountbereich ist eine großflächigere Umsetzung erfolgt.
Ausblick
Für die Zukunft haben die befragten Handelsunternehmen recht konkrete Erwartungen an ihre Lieferanten wie auch an die Politik. Fakt ist, dass es für die meisten Unternehmen wichtig ist, sich als nachhaltig agierendes, ressourcenschonendes Unternehmen zu positionieren. Ob die Kunden dies wirklich als wesentlich bewerten und durch die Wahl der Einkaufsstätte auch honorieren, bleibt für die meisten noch abzuwarten! Nicht alle Unternehmen, die hier aktiv sind, haben sich daher bisher zu einer offensiven Vermarktung gegenüber ihren Kunden entschlossen. Dennoch gewinnt die Veröffentlichung von Nachhaltigkeitsberichten und Klimabilanzen zunehmend an Bedeutung.Druckansicht
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